Da geht noch was...!

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Das AFC Logbuch schreibt Donnerstag den 12. April 2012. Die Temperaturen auf dem geliebten Marswiesenheimkunstrasen bewegen sich in grenzwertigen Bereichen. Nichtsdestotrotz verbuchen die Zuschauerränge neue Rekordzahlen. In der Kabine wurde diesbezüglich bereits von Bestechungsgeldern á la Endstation Hernals gemunkelt. Der Gegner: Hotel Kalcio. Die Mission: Sieg.

 

Was auf dem Papier nach einer kristallklaren Angelegenheit aussieht (Tabellführer gegen eines der Schlusslichter) sollte sich später als schwere Aufgabe herausstellen. Erstens waren vom 21 Mann Kader berauschende 12 AFCler erschienen. Dass die derartige Spielmoral vieler AFCler zu aktuell Tabelle Rang 1 führt dürfte auch vielen Beobachtern und Experten ein Rätsel bleiben. Zweitens war der Gegner den Akademikern bereits aus der Hinrunde in Erinnerung geblieben. Weitgehend Faire, aber kompromisslose Abwehrarbeit gepaart mit guten, gefährlichenStandards. Doch mehr dazu später.

 

Das zu 66,6% abwesende Trainerteam (Kulturreise) setzte auf das zuletzt bewährte Spielsystem. Überraschung gab es nur eine einzige: C. Haim gab nach gefühlten 36 Jahren sein lang ersehntes Vollzeit Comeback. Anweisungen von Caiptan und Interrimscoach N. Klaritsch waren klar und simpel: sicher, einfach und gemeinsam zum Sieg.

 

Der uns bereits bekannte und durchaus interessante Schiri bat zum Anstoß und sofort folgte ein offener Schlagabtausch wie eigentlich in einem Spitzenduell zu erwarten. Chancen waren auf beiden Seiten vorzufinden. Besonders erwähnenswert ist hier eine Parade von AFC Keeper Hammerer der mit einem L. Buffon Reflex die 0 für die Heimmannschaft festhielt. Doch schließlich sollte es der AFC sein, der durch den an diesem Abend besonders auffälligen C. Klaritsch in der 20. Minute nach Konter 1:0 in Führung ging.

 

Zu diesem Zeitpunkt war der AFC die spielbestimmende Mannschaft, zu zwingenden Chancen kam man mehr oder weniger, die bereits erwähnte Abwehrarbeit der Gäste machte ein Durchkommen jedoch sehr schwer.


Dann in der 26. Minute eine besonders sportliche Aktion der Gäste: anstatt den Ball nach Fair Play "normal" zurückzuspielen wird dieser derartig weit an die Eckfahne der Hietzinger zurückgeschlagen und diese sofort zugestellt dass der unerwartet unter Druck gesetzte AFC Verteidiger sich nur noch mit einem Foul behelfen kann. In Folge kommen die Gäste durch den gut ausgeführten Standard verdient zum Ausgleich. Lediglich die Aktion selbst bleibt mehr als fragwürdig.

 

Erwähnenswert ist dann in der ersten Halbzeit wohl vor allem Flanken/Freistoßgott Hetfleisch Lieblingsdisziplin: Freistoß schießen. Knapp vorm 16 Meter Raum kommt F. Dangl zu Fall - Hetfleisch zirkelt den Ball in Folge jedoch eine Spur zu riskant knapp am langen Eck vorbei.

 

Mit gemischen Gefühlen begibt sich der AFC in die wohlig warme Kabine. Die Leistung eigentlich ansprechend spricht der Pausenstand andere Worte. Mehr Kommunikation und Präsenz soll stattfinden. Weniger Ballverluste und mehr Spielanteil. Gesagt – getan.

 

Nach Seitenwechsel werden die jungen Akademiker nun endlich zu der spielbestimmenden Mannschaft, die sie sein müssen. Im Wesentlichen folgt Chance auf Chance für den AFC – den Gästen bleibt lediglich das nach wie vor souveräne Ausputzen und vereinzelte Standardsituationen.

Wieso der Führungstreffer dann trotzdem so lange auf sich warten lässt sorgte später für gewaltigen Gesprächsstoff. Eine Mischung aus schlampigen Pässen, ineffizienten Abschlüssen und ein wenig Pech lies die AFCler bis zur 62 Minute leer ausgehen.

 

Doch nach abermaliger Standardflanke von C. Hetfleisch verlängerte ein langgewachsener Hotel Verteidiger gekonnt ins eigene lange Eck. Zwar keine genugtuende Führung, aber eindeutig verdient. Der AFC machte weiterhin Druck, fand einige gute Chancen vor und nutzte diese jedoch abermals nicht.

 

Kurz vor Schluss führte eine unnötige Diskussion am rechten Flügen zur wohl letzten Konterchance der Gäste: die Weißen stürmten in 3 gegen 2 Überzahl auf Hammerers Kasten zu und holten in der 90 Minute einen 18 Meter Freistoß heraus. Da wachte sogar nocheinmal der Linienrichter der das Spiel lang mit seiner Begleiterin gestritten hatte auf. 22 Mann + Schiri im 16er des AFCs. Knisternde Spannung. Der Ball fliegt und fliegt und fliegt und landet über der Latte. 1 Minute Nachspielzeit. Konter. Schlusspfiff. 3 Punkte.

 

Zusammenfassend lässt sich folgendes Sagen: Die Verlässlichkeit und Spielmoral vieler Akademiker lässt derzeit stark zu wünschen übrig. Dass gegen eines der Tabellenschlusslichter gerade ein verdientes, aber knappes 2:1 mit unglaublichen 12 Mann im Kader erreicht werden konnte zeigt einerseits, wie spannend unsere Liga ist und andererseits wie viel Potenzial nach oben für den AFC noch vorhanden ist. Nicht zuletzt taktisch.

 

FORZA AFC!

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