Wir schreiben Sonntag den 6. November 2011. Nachdem auch die letzten Hindernisse wie Geburtstage diverser Großmütter etc. aus dem Weg geräumt werden konnten, lief sich der AFC quasi in Bestbesetzung kurz vor 17 Uhr auf dem Heimplatz des heutigen Gegners H-Town warm. Ersatzspieler waren zwar nur vereinzelt gekommen, dafür waren die Fanreihen dermaßen voll, dass jene Fans auf Geheiß des Schiris gleich mit einem zweifachen "Hurra!" Augenblicke vor Anpfiff durch die beiden Tabellenführer der DSG Unterliga begrüßt wurden.
Der AFC begann "klassisch" (© M. Plattensteiner) mit Schmied im Tor, T. Sichtars - Hornik - Haim - Kral in der Abwehr, N. Klaritsch - M. Sichtars - Hetfleisch - Wadsack im Mittelfeld und Gleitsmann - C. Klaritsch in der Spitze. Vom Gegner wusste man nur zwei Dinge: a) Sie können angeblich großartig schießen. b) Ü-Ü-Ümit. Die Anweisungen von Trainer und Captain waren jedoch unmissverständlich: Unser Spiel durchziehen, kämpfen - Notfalls bis Blut strömt, 3 Punkte mit nach Hause nehmen. Das Spitzenduell konnte somit beginnen.
Die ersten 20 Minuten nach Anpfiff bewies der AFC eindrucksvoll, wieso man in der Tabelle zu jenem Zeitpunkt auf #1 vorzufinden war. Der Ball zirkulierte durch die Reihen, es wurde während man verschob quasi gleich nocheinmal verschoben, der Ball legte in kurzen Intervallen Wege zwischen 2 und 50 Metern zurück. Von Spielrausch würde ich zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht sprechen, aber H-Town wurde in dieser Phase des Spiels definitiv an die Wand gespielt. Der Gegner wusste sich, wohlmöglich aufgrund von Schwindelgefühlen, im Wesentlichen nur mit Fouls zu helfen, was zu mehreren Standards für den AFC führte, die jedoch großteils von den Köpfen der hühnenartigen H-Town Verteidigung großteils abprallten wie Flummis der besseren Sorte. Nach einem gewonnenen Zweikampf von Gleitsmann vor dem gegnerischen Strafraum, ging es jedoch blitzartig Richtung H-Town Kasten und der durch selbigen perfekt in Szene gesetzte C. Klaritsch stelle in der 22. Minute eiskalt auf 1:0.
Die darauffolgende Erleichterung sollte jedoch nur wenige Minuten andauern. Keine 10 Minuten später, verdrehte sich T. Sichtars derart unglücklich das linke Knie, dass jener mit Verdacht auf Bänderriss mit schmerzverzerrten Gesicht vom Platz musste. Für ihn kam der bis zu diesem Zeitpunkt fest eingepackte Rohr in die Spitze und der torlüsterne C. Klaritsch musste seinen Platz, auch zum Leid der angereißten Fans, auf der rechten Abwehrseite einnehmen. Dass soeben das Herz des AFC vom Platz getragen wurde, merkte man augenblicklich in den Gesichtern der Hietzinger. Eine Mischung aus Rachegelüsten und Schockzustand machte sich breit (der Autor schließt hier von sich auf seine Mannschaftskollegen.) Unmittelbar vor der Pause ging es noch ein wenig hin und her, konkrete Chancen konnte sich jedoch keine der beiden Mannschaft herausspielen.
In der AFC Kabine wurde nun heftig diskutiert. Obwohl man mit 1:0 in Führung war, lag eine gewisse Unsicherheit in der Luft. Da der Gegner über keine erkennbaren Stürmer verfügte, erzeugte das vermeintliche 4-6-0 System rund um die gegnerische 10 (Caiptain) und die 14 (Ü-Ü-Ümit) gegen Ende der 1. Spielhälfte naturgemäß ein drückendes Übergewicht im Mittelfeld. Jeder spürte, dass H-Town entgültig im Spiel angekommen war.
Anfang der zweiten Hälfte wurde im wahrsten Sinne des Wortes Seiten gewechselt. Als ob ein böser Fluch auf der zur Kantine näher gelegenen Spielhälfte liegen würde, brachte der AFC plötzlich, so wie H-Town die 45min davor, absolut gar nichts mehr auf die Reihe. Es wurde gespenstig still in den rotweißen Reihen - Ideen waren ebenso Mangelware wie sinnvolle Pässe. Tonangebend sollte für die kommenden ~45 Minuten einer sein: der Gegner. Abgesehen von einigen Befreiungsschlägen, spielte sich das komplette Spiel in der Hietzinger Hälfte ab. Da jedoch, wie bereits erwähnt, im Spielkonzept der Heimmannschaft Stürmer offensichtlich nicht eingeplant gewesen waren, bestand das Spiel selbiger hauptsächlich aus Weitschüssen. Selten aus dem Spiel heraus, dafür umso öfter aus Freistößen, die aus teilweise bedenklichen, ja vereinzelt sogar kuriosen Fouls entstanden. Eine Konstante wurde jedoch scheinbar in der Rechnung des Gegners außer Acht gelassen: AFC Keeper Schmied. Egal ob der Ball hoch oder flach, scharf oder verhungert Richtung AFC Kasten flog bzw.rollte - beim bereits in den letzten Partien starken Torwart bestand akuter Verdacht auf Doping. Sämtliche Versuche von H-Town scheiterten somit entweder schon vor dem 16er oder spätestens auf der Torlinie.
Der Frust bei den Gastgebern blieb nicht allzu lange verborgen. Die zunehmend härter geführten Zweikämpfe gipfelten in einer recht unschönen H-Town Ellbogen gegen AFC Zahnreihen Aktion die beinahe einen Eckzahn gekostet hätte. Absicht wird an dieser Stelle jedoch niemandem vorgeworfen. Das Spielgeschehen blieb bis zur 85. Minute weitgehend unverändert. H-Town kontrollierte das Spiel über weite Strecken - mehr als die erwähnten Schüsschen wollte an diesem Abend jedoch nicht herausschauen. Daran änderten nichteinmal die gefühlten 25 Wechsel auf Seiten des Gegners etwas. Just in diesem Augenblick erinnerte sich das AFC Kollektiv jedoch daran, dass man selbst auch noch ein Wörtchen mitzureden hatte. Nach einigen schön herausgeholten Standards, die wie gewohnt an der Abwehr in den gelben Dressen abprallten, entschloss sich der gegnerische Goalie kurzerhand Gleitsmann auf Höhe des 16ers den Ball zuzuschießen, welcher sich nach einem sehenswerten Haken und folgendem Stangenschuss in der 90. Minute als Stolzer Assistgeber für Rohr bezeichnen darf. AFC 2. H-Town 0. Schlusspfiff.
Zusammenfassend muss gesagt werden, dass sich über ein Unentschieden an diesem Abend niemand beschweren hätte können. Das Schiedsrichter gespannt war als ausgesprochen souverän einzustufen. Dass am Ende der AFC als Sieger vom Platz ging, war vor allem der gewohnt starken Defensive und einem an diesem Abend wirklich herausragenden AFC Keeper Schmied zu verdanken. So wirklich freuen schien sich jedoch keiner der jungen Hietzinger. Erstens dürfte das Herz des AFC im schlimmsten Fall wohlmöglich länger ausfallen und zweitens hatte der Besitzer des Wasserschädels (© L. Kral) fast einen Zahn weniger. Nichtsdestotrotz: Der Herbstmeistertitel ist zum Greifen Nahe. FORZA AFC!
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