Die Marswiese sollte Schauplatz für das nächste Aufeinandertreffen mit einer Reichsbundsmannschaft werden. Der FC Starchant wechselte diese Spielzeit in die Dsg, weshalb nicht viel über dessen Stärke gesagt werden konnte. Trotzdem reiste der AFC topmotiviert mit einigen Rückkehrern an. Der schon verschollen geglaubte Niko fand, ebenso wie Konsti, pünktlichst auf dem Platz im Nordwesten Wiens ein. Auch Sevi hatte seine ominösen und mystischen Verletzungen überwunden und sollte das Mittelfeld verstärken. Trotz Optimismus und der Mühen eine möglichst schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, sollte dieser Samstag Vormittag aber nicht als einer der glücklichsten in die AFC Geschichte eingehen......
Diverse Ausfälle mussten kompensiert werden, und so trat der AFC in einer Form an, wie er noch nie aufgelaufen war. Hammerer wurde wohl mit Fruchtzwergen und Milchschnitten fitgespritzt und konnte so das Tor hüten. Die Innenverteidigung bildeten neuerlich Hornik, sowie Aushilfsinnenverteidiger Klaritsch C., und wurde flankiert von Berger rechts sowie Sichtars Markus links. Wadsack ackerte wie gewöhnlich auf rechts, Hetfleisch und Schwarzer sollten vom Mittelfeld aus die Fäden ziehen und Klaritsch N. war für links zuständig. Für die Tore sollten wie immer Gleitsmann und diesmal Rückkehrer Kanzian sorgen. Bei Regen startete der AFC souverän in das Spiel und machte gleich klar in welche Richtung es laufen sollte. Der Ball wurde gut in den eigenen Reihen gehalten und man setzte sich in der Hälfte des Gegners fest. Dieser zeigte sich aber defensiv als sehr kompakt und ließ folglich kaum Chancen zu. Im eins gegen eins war der AFC zumeist nur zweiter Sieger. Zu selten glückten Vorstöße wie einer von Berger. Nach klugem Wechselpass der Defensive war viel Platz auf rechts und unser Rechtsverteidiger zeigte einen dynamischen Antritt bis zum Sechszehner. Leider war der Abschluss nicht mal halb so gut und der Ball rollte ungefährlich am Tor vorbei. Leider sollte das an diesem Tag nicht das einzige mal gewesen sein.
Schwarzer musste dann seiner langen Abstinenz und einer engagierten Laufleistung Tribut zollen und musste nach ca. 25 Minuten vom Feld. Für ihn kam Wurz im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Ändern sollte dies am Spiel allerdings wenig, der AFC blieb spielbestimmend. Nur wenige Minuten später versuchte sich Hornik mit einem Distanzschuss, welcher wohl vom besten Spieler von Starchant zunichte gemacht wurde: dem Tormann. Fast im Gegenzug ließ sich die ansonsten ziemlich unterbeschäftigte AFC Innenverteidigung düpieren. Zuerst kam Hornik nicht richtig in den Zweikampf, um den entscheidenden Pass zu verhindern und dann unterschätzte Klaritsch C. die Athletik und Reichweite seines Gegenspielers, welcher wohl nicht ganz fair, aber ungeahndet, den Tick schneller am Ball war und den herausstürzenden Hammerer überhob. Das Gesamtbild wirkte leider zugegeben unsicher, obwohl sich bis dahin die AFC Abwehr als äußerst souverän präsentierte und Hammerer sich schon bei zwei sehr scharfen Schüssen auszeichnen konnte. Es kam noch dicker: Als ob der Gegentreffer sowie der stärker werdende Regen den Akademikern nicht schon genug zu schaffen machten, weigerte sich der Schiedsrichter zwei Handspiele im Strafraum regelkonform zu ahnden. Zu allem Überdruss verhinderte der starke Tormann den Ausgleich gegen den durchgebrochenen Klaritsch N. und entschärfte fast jeden der gefühlten 25 Eckbälle am Ende der ersten Halbzeit.
Die Halbzeit wurde genutzt, um sich aufzuwärmen und die Marschrichtung der zweiten 45 Minuten vorzugeben. Man war die stärkere Mannschaft, nur die Tore fehlten. Somit betraten die Akademiker das Spielfeld und machten da weiter, wo sie aufgehört hatten. Starchant konnte sich nur selten befreihen, zeigten dabei aber, dass Sie durchaus gut Fußball spielen können. Zum Abschluss kamen sie zwar trotzdem nur selten, da die AFC Defensive ein starkes Spiel zeigte. Ein Lattenschuss gegen Ende des Spiels sollte die einzige wirkliche Torchance der zweiten Halbzeit für die Heimmannschaft bleiben. Der AFC jedoch kam zu immer mehr Chancen, litt aber weiterhin an der Torabschlusskrankheit. Entweder kam der letzte Pass nicht an, oder gute Angriffe verpufften im Nichts, oder es war wieder der Tormann der gegen seinen Lieblingsgegner Klaritsch N. Sieger blieb. Negativer Höhepunkt in zweierlei Hinsicht war folgende Szene: Klaritsch N. konnte sich wieder mal links behaupten und legte mustergültig quer auf den heranstürmenden Kanzian, der allerdings zu Fall kam, bevor er den Ball erreichen konnte. An dieser Stelle soll Grundsätzliches geklärt werden: Welcher Stürmer lässt sich fallen, wenn er freie Bahn zum Tor hat? Richtig, jener der gefoult wird. Und warum wird das nicht geahndet? In der Dsg scheint es anscheinend zu viele Schiedsrichter zu geben, die sich nicht trauen einen oder gar mehrere Strafstöße zu verhängen. Resultat war Aufruhr in den Reihen der Akademiker, welcher in einem hitzigen und aggresiven Wortgefecht zwischen Kanzian und dem gegnerischen Kapitän endete. Das Trainerteam zieht sofort die Reisleine und holt Unruhestifter Kanzian kurz vor einem möglichen Ausschluss vom Feld. Martinovic betritt das Feld und feiert - soviel sei gesagt - ein fehlerfreies und gelungenes Comeback in der Innenverteidigung.
Die daraus resultierende Umstellung war, dass Klaritsch C. auf seine angestammte Position im Sturm zurückkehren durfte. Die letzte halbe Stunde wurde hitzig. Die Akademiker warfen alles nach vorne um das erlösende Tor zu machen. Seltsamerweise taten es ihnen die Spieler von Starchant gleich und versuchten ihr Heil in der Offensive zu suchen. Dies führte dazu, dass den Akademikern Räume geöffnet wurden, die sich bis dahin nicht geboten hatten. Mit schnellen Vorstößen riss man die Verteidigung auseinander und erarbeitete sich Chance um Chance. Vor allem über links - Sichtars M. und Klaritsch N. - ging in dieser Phase die größte Gefahr aus. Sichtars M. verzog nach einem kurz abgespielten Eckball nur knapp, ein Schuss von Klaritsch C. Richtung langes Eck, nach einem weiteren Eckball, wurde vor der Linie gestoppt und Klaritsch N. konnte drei weitere Torschüsse nicht verwerten. Einmal landete der Ball im Netz, doch Klaritsch C. wurde der Torjubel durch einen, diesmal richtigen, Abseitspfiff verwehrt. Leider wurden einige andere gute Möglichkeiten durch falsche Entscheidungen gestoppt. Die Inkonsequenz des Schiedsrichters gipfelte gegen Spielende in einem netten Pläuschchen mit dem gegnerischen Kapitän, anstelle der fälligen gelben Karte, nachdem dieser unseren Torman nach Abseitspfiff mit beiden Händen zu Boden stieß. Bei strenger Regelauslegung wäre auch Rot vertretbar gewesen.
Alles Drängen führte zu nichts, der AFC konnte das Spiel nicht mehr drehen. Starchant gewinnt ihr Heimspiel irgendwie doch verdient mit 1:0, denn wenn man nicht trifft kann man keine Spiele gewinnen. Große Mängel im Torabschluss sind nun in den kommenden Trainings zu beheben, denn spielerisch ist man allemal in der Lage in dieser Liga zu bestehen. Es scheint nunmal so, dass wenn man kein Glück hat, eben auch noch Pech dazukommt. Und im schlimmsten Fall, gibts dann auch noch einen Schiedsrichter, der es den Akademikern nicht unbedingt leichter gemacht hat, aus dieser Misere herauszukommen. Heute jedoch blieb dem Team nicht mehr, als von der kalten unter die heiße Dusche zu gehen und es nächste Woche besser machen zu wollen.
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